Gefeiert wurde neben Dirigent Erhard Zeh auch Moderator Bernd Vollmer, der immer wieder Denkanstöße gab (Bericht folgt). Für mehr als Begleitmusik sorgten die Henry Uebel-Combo sowie Susanne Knorr, Corina Zandt und Stefanie Krebs (Klarinetten). Von allen Seiten wollte der Chor das Thema beleuchten - symbolisch verdeutlichte dies der Beginn, als die Akteure gruppenweise und mit medidativen Gedanken zu einem Kanon Pachelbels auf den Lippen von den vier Ecken der Halle aus auf die zentrale Bühne schritten. Dort, rosenumrankt und in den Farben Rot und Schwarz dekoriert, kontrastierten zunächst formschöne, erhabene Volksweisen wie "Erlaube mir" (Brahms) oder "Ännchen von Tharau" (Silcher) mit swingenden, in einem betörenden, trunkenen Wiegerhythmus vorgetragenen Barbershop-Songs, die die Handschrift des erfahrenen Erhard Zeh deutlich erkennen lie§en, der bekanntltich auf ein flüssiges Singen aus einem Guss großen Wert legt. |
Nach der Thematisierung von Liebesfreud und Liebesleid durch Männer- und Frauenchor folgte erneut ein kühner Kontrast, diesmal zum Thema "Erinnerung": Der romantische "Eschenhain", eine von leiser Wehmut durchzogene Reflexion, leitete über zu "Yesterday" von den Beatles. Zwei der schönsten Liebeslieder überhaupt - "Ihr geliebten Augensterne" sowie "Zwei allerliebste Äugelein", beide von Mozart - setzten weitere Glanzpunkte, wobei bemerkenswert war, wie differenziert der Chor den Text umsetzte: Der Blick der Geliebten nämlich entfacht nicht die Leidenschaft des Liebhabers, sondern beruhigt sein aufgewähltes Inneres. Farbige Harmoniebögen und ein nuancenreiches Klangfarbenspiel auf der einen, eine in sich ruhende Geschlossenheit auf der anderen Seite kennzeichneten dementsprechend die Interpretation. Eine weitere Volksweise, sowie Schlager, etwa von Udo Jürgens, rundeten den ersten Programmpart ab. Verschwiegene Liebe wurde nach der Pause besungen, was behutsame Selbstzurücknahme vom Chor forderte. Den glanzvollsten Themenblock bildeten dann die Abschiedslieder, deren Palette vom rockigen "Bye, bye love" bis zu den melancholischen, sanft ausschwingenden Brahms-Balladen "Ich fahr dahin" und "Drunten im Tale" reichte. Das Finale forderte nochmals alles von den Sängerinnen und Sängern, die das Publikum mit Songs wie "Lean on me" zum Mitklatschen animierten. Intime lyrische Stimmungsbilder waren dabei ebenso zu hören wie ergreifende Hymnen (etwa "The Rose"). Vor den Zugaben würdigte Vorsitzender Reinhard Knorr unter anderen Ehrendirigent Bernhard Schrötel, der in der Zeit der Vakanz bereitwillig eingesprungen war. |